Fossil-Zeichnung

Auch im Zeitalter der Digitalisierung sind Zeichnungen von archäologischen und paläologischen Funden wichtiger als der Laie denken mag, denn auf getreuen Umzeichnungen (nur diese besitzen einen Wert) sind nicht selten Details zu erkennen, die weder fotografiert noch gescannt werden können und auch am Original nicht auf einmal, sondern nur fragmentarisch und unter veränderten Beleuchtungsverhältnissen zu erkennen sind.

Leptolepis sprattiformis.

So sind selbst bei diesem relativ gut, aber lange nicht vollständig erhaltenen Leptolepis sprattiformis (M 1,5:1) aus dem Solnhofener Malm (Jura) weite Teile des Brustskelettes im Scan (rechts) kaum zu erkennen, die aber bei entsprechender Beleuchtung unter dem Binokular (Stereomikroskop) klar vom Gestein zu unterscheiden sind.

Der Zeichner hat das Fossil unmittelbar vor Augen und kann deshalb viel besser als ein Betrachter einer Reproduktion erkennen, was tatsächlich Bestandteile des Fossils und was Sekundäreffekte sind (etwa durch die Präparation des Fossils!) und so dem Leser zeitaufwendige und oft fruchtlose Bemühungen ersparen. Je präziser die Zeichnungen in einer Publikation sind, umso schneller und besser weiß der Leser bescheid. Abgesehen davon kann man mühelos zahlreiche absurde Thesen in der wissenschaftlichen Literatur darauf zurückführen, dass sie auf schlechtes Abbildungsmaterial begründet sind. Ich finde, dass Abbildungen ein wichtiger Qualitätsfaktor jeder archäologischen und paläologischen Publikation sind. Gemessen an den übrigen Kosten sind gute Zeichnungen geradezu billig. Hier wird bisweilen am falschen Ort gespart.

Meine Zeichnungen fossiler Pflanzen, Blätter und Fruktifikationen kann man problemlos in den entsprechenden Publikationen einsehen, die in jeder besseren Fachbibliothek zu finden sind.

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Gerald Volker Grimm